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Stadtüberblick
Stadtüberblick
| Lange vorbei sind die Tage, in denen Lissabon als die bedauernswerte Hauptstadt Portugals, des „Armenhauses von Europa“, betrachtet wurde. Heute ist diese lebhafte Stadt auf den berühmten sieben Hügeln am Tejo wieder voller Leben und präsentiert sich als eines der fesselndsten Wochenendreiseziele in Europa und wichtiges Wirtschaftszentrum. Lissabon zeigt sich überaus selbstbewußt – mit seinen super-modernen Avantgardegebäuden, zeitgemäßen Bars und Nachtclubs von Weltklasse – und zieht immer mehr Touristen an.
Ihre glücklichsten Tage erlebte die Stadt während des „großen Zeitalters der Entdeckungen“ im 15. und 16. Jahrhundert, als Lissabon die Geschicke eines imposanten Weltreichs lenkte, das sich über zahlreiche Gebiete rund um den Globus erstreckte. Tapfere Abenteurer stachen von dieser Stadt an der Westküste Portugals mit ihren mächtigen Segelschiffen in See und winkten Lissabon Abschied, ohne zu wissen, ob sie jemals wieder heimkommen würden oder nach der Entdeckung von neuen Ländern im Triumph zurückkehren würden. Überreste dieses goldenen Zeitalters findet man noch heute im Stadtzentrum und weiter außerhalb im Vorort Belém, wo Besucher in die epische Vergangenheit Portugals eintauchen können. Die reiche, vielfältige Vergangenheit ergänzt das neue Gesicht von Lissabon, das sich besonders dramatisch am Parque das Nações zeigt, einem futuristischen Spielplatz für Erwachsene, der für die ungeheuer erfolgreiche Expo ‘98 errichtet wurde. Heute ist der Parque ein Lieblingsort für Besucher und Einheimische zugleich und ein prächtiges Beispiel des städtischen Wiederaufbaus, der eine der heruntergekommensten Gegenden der Stadt völlig umgewandelt hat. Neue Unternehmen lassen sich auch am Stadtrand nieder und ergänzen die bereits etablierten, erfolgreichen Betriebe im Stadtzentrum.
Lissabon ist eine Stadt der Gegensätze: Alt und Neu stehen hier in ständigem Wechsel, genau wie Arbeit und Vergnügen, Formelles und Informelles, Modernes und Kitschiges. Die Stadt ist voller Leben, was sich auch daran zeigt, daß die ältesten Straßen nicht gänzlich zu Museen umgewandelt wurden, sondern alte Frauen hier Passanten ihre Waren anbieten – ein Schauspiel, das eher in das 15. als das 21. Jahrhundert passen würde. Lissabon erfreut nicht nur Familien als ein Ort, an dem Kinder viel Spaß haben können, sondern auch Erwachsene finden hier viel Abwechslung. Im Grunde gleicht die Stadt einem riesigen Vergnügungspark, wo sogar die öffentlichen Verkehrsmittel – die ratternden alten Straßenbahnen, die der Schwerkraft trotzenden Seilbahnen und die schaukelnden Boote – riesigen Spaß bereiten, und das nächste Straßencafé, in dem man etwas essen oder einen Kaffee trinken kann, nur wenige Schritte entfernt ist. Die Karnevals-Atmosphäre erreicht ihren Höhepunkt bei Sonnenuntergang, wenn der melancholische traditionelle Fado einen Kontrast zu den Rave-Clubs bildet und beide nachts für Unterhaltung sorgen.
Die Sommer sind in Lissabon sehr heiß und schwül – wenn auch nachmittags zum Glück eine kühle Meeresbrise des öfteren etwas Erfrischung bringt –, und auch in den kälteren Monaten kann man meist noch in zahlreichen Straßencafés sitzen. Lissabons Renaissance wird im Jahr 2004 einen weiteren Höhepunkt erleben. Dann kann die Stadt als Austragungsort des Endspiels der Fußball-Europameisterschaft mit den zwei größten Stadien aufwarten, und diese Veranstaltung wird ähnlich wie die Expo ’98 die örtliche Überzeugung auch im Ausland verstärken, daß Lissabon heute eine der beeindruckendsten Hauptstädte Europas ist. |
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